Kirschensteine – (k)ein „ Abfallprodukt der Nahrungsmittelindustrie“ in der medizinischen Anwendung

Dr. med. R. Klöti, Spezialarzt für Erkrankungen des Bewegungsapparats

Dr. med. FMH Facharzt für Physikalische Medizin u. Rehabilitation. Ärztehaus Zentrumspassage, 5200 Brugg AG Zentrum für Wirbelsäulenmedizin und Schmerztherapie, 5000 Aarau

Kirschensteine sind, funktionell betrachtet, die verholzten Fruchtknoten der Kirschen. Sie müssen bis zur Keimung in der nächsten Vegetationsperiode den verschiedensten äusseren Einflüssen wie Kälte, Hitze, Trockenheit und Feuchtigkeit sowie den mechanischen und chemischen Belastungen in einem tierischen Verdauungssystem standhalten. Diese Faktoren bestimmen zu einem wesentlichen Teil die physikalischen Eigenschaften der Kirschenkerne.

Kirschensteine haben einen Durchmesser von 4 bis 6 mm. Das Gewicht eines ein- zelnen Kirschensteines im getrockneten Zustand beträgt mit kleinen Variationen 0.2 Gramm.

Auch in der Medizin ist bekannt, dass Kirschensteine ebenso gute Wärme- wie auch Kältespeicher sind. Die spezifische Wärmekapazität eines Kirschensteinsäckchens von 250 Gramm entspricht der Wärmekapazität von 0.7 dl Wasser ( 288 J / K ). Theoretische Berechnungen haben ergeben, dass bei einer Erhitzung von 250 Gramm Kirschensteinen auf 100 Grad Celsius eine Wärmemenge von 18 kJ abge- ben wird. Dies entspricht einer Wärmemenge, die abgegeben wird, wenn man einen Liter Tee von 41 Grad Celsius trinkt, der sich danach im Menschen auf Körpertemperatur abkühlt.

Kirschensteine haben eine ideale Wärmeleitzahl, die sich für den medizinischen Ein- satz als sehr geeignet erwiesen hat. Nicht zuletzt deshalb wurden die Kerne in der Vergangenheit in der Volksmedizin als Wärmespeicher für alle möglichen Anwendungen eingesetzt. Sie geben Wärme und Kälte in einer für die Haut optimalen Weise ab. Im Jahr 2001 führte Dr. phil. S. Müller, Dozent für Physik, an der Fachhochschule beider Basel Messungen zum Temperaturverlauf auf der Hautoberfläche durch. Bei diesen Messungen wurden Kirschensteinsäckchen verschiedener Temperaturen im Bereich des Rückens (Schulterblattgegend) sowie der Wade aufgelegt und die Temperatur alle 10 Sekunden gemessen. Bei Ausgangstemperaturen von 80, 92 und 100 Grad Celsius wurden innerhalb von 2 Minuten Oberflächentemperaturen von 44 bis 46 Grad Celsius erreicht, die sich innerhalb von 9 min auf 42 bis 44 Grad verminderten.

Kirschensteine dienten schon früher als Wärmespeicher, um in kalten Jahreszeiten die Schlafstätten zu erwärmen. Im weiteren wurden sie bei allen möglichen Formen von rheumatischen Beschwerden lokal als trockene Wärmetherapeutika eingesetzt.

Das nun wiederentdeckte Kirschensteinkissen wurde bedürfnisgerecht zur externen Wärmebehandlung (Thermotherapie) und/oder Kälteapplikation (Kryotherapie) entwickelt. Vorteile gegenüber anderen Materialien oder Produkten sind:

  • gleichmässige Wärme- und Kälteverteilung
  • keine Leckagengefahr und somit keine Verbrennungsgefahr
  • trockene Oberfläche auch im kalten Zustand
  • gute Stützfunktion bei einer allfälligen Hoch- oder Seitenlagerung
  • hygienisch da waschmaschinenfest
  • hohe Anschmiegsamkeit auch in gefrorenem Zustand
  • einfach Anwendung zur Wärme- und Kältebehandlung
  • 100% natürliche Materialien

 

Die einfache Vorbereitung der Kirschensteinkissen im Backofen oder im Mikrowel- lenofen zur Erwärmung bzw. im Gefrierfach zur Abkühlung(?) erlaubt in Kürze ein einsatzbereites, wohltuendes Kissen zur Tiefenbehandlung schmerzender Gelenke, Muskeln und Körperregionen. „Beim Einsatz der Kirschensteinsäcke gelten die glei- chen medizinischen Grundregeln wie bei der Applikation anderer Thermotherapie- formen. Wegen der physiologisch idealen Temperaturleitzahl ist die Gefahr von thermischen Schäden beim Kirschensteinkissen viel kleiner als bei anderen künstli- chen oder natürlichen Thermotherapeutika wie Fango, Parafango(?), Opalhittonerde oder synthetischen Wärme- und Kältespeichern wie Bettflasche und Cold-Packs. Ge- rade letztere können nur getrennt durch eine dünne Schutzschicht auf der Hautober- fläche angewendet werden“ erklärt Dr. med. R. Klöti.

Kirschensteine werden in beschränktem Umfang in der Medizin auch zur Verbesse- rung von propriozeptiven Fähigkeiten bei Kindern mit neurologischen Defiziten ein- gesetzt. Dabei werden verschiedene Bewegungsabläufe in einer mit körperwarmen Kirschensteinen gefüllten Wanne geübt und erlebt. Diese Therapieform existiert in Ansätzen bereits an renommierten Kliniken.

„Als Spezialarzt für Erkrankungen des Bewegungsapparats empfehle ich die Ver- wendung von Kirschensteinkissen“ bestätigt Dr. med. R. Klöti. „Auch die Fachärzte des Swiss Spine Institutes schwören auf das heilungsfördernde Naturprodukt in der Verwendung von Thermo- sowie Kryotherapien und haben durchwegs positive Erfah- rungen damit gemacht.“

Kirschensteine, nicht nur ein Abfallprodukt der Nahrungsindustrie!

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